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Neubrandenburg wurde 1248 vom Ritter Herbord von Raven gegründet. Bereits wenige Jahre zuvor, hatte der Bau eines Prämonstratenklosters in Broda begonnen. In einer ursprünglich slawisch besiedelten Gegend, war die Errichtung Neubrandenburgs, eine von vielen deutschen Stadtgründungen im 13. Jahrhundert. 1287 erhielt Neubrandenburg Stadtrecht und damit ein eigenes Wappen. An der Kreuzung alter Handelsstraßen erbaut, lebte die Stadt vom Handel, Zolleinnahmen und Landwirtschaft. Die vier Stadttore und die Wallanlage aus dem 14./15. Jahrhundert zeugen noch heute, von Reichtum und Wohlstand zu jener Zeit. Im Spätmittelalter gehörte Neubrandenburg, neben Güstrow und Parchim, zu den wichtigsten Verwaltungszentren des mecklenburgischen Binnenlandes.Doch im 17. Jahrhundert leitet der 30-jährige Krieg den wirtschaftlichen und politischen Niedergang der Stadt ein. Verheerende Brände, taten ein Übriges. 1655 war die Stadt finanziell am Ende und Neubrandenburg versinkt für 150 Jahre beinahe in der Bedeutungslosigkeit. Neben der Eigenversorgung blieb die Ausstrahlung der Stadt im Wesentlichen auf das direkte Umland beschränkt.

Auch die Industrialisierung setzte nur zögerlich ein, Folge einer landständischen Verfassung in Mecklenburg, die noch bis 1918 in Kraft war. Erst um 1775, als der Strelitzer Herzog Adolf Friedrich IV. Neubrandenburg zu seiner Sommerresidenz machte, beginnt ein behutsamer Aufschwung. Zeuge sind das ebenfalls erhaltene herzogliche Schauspielhaus (1794) und der Bau einer Eisenbahnlinie (1864).Neubrandenburg wächst, Villenviertel, Kleinindustrie und Gewerbe entstehen. Zudem lockt der Tollensesee vor den Toren der Stadt zunehmend Gäste an. Von 1856 bis 1863 erlebt der bekannte norddeutsche Dichter Fritz Reuter seine schaffensreichsten Jahre in Neubrandenburg. Um 1900 hat die Stadt etwa 10500 Einwohner. Mit der Machtübernahme der Faschisten 1933 siedelt sich Rüstungsindustrie an und Neubrandenburg wird Garnisonsstadt. Der heute noch durch die Luftwaffe mitgenutzte Flugplatz Trollenhagen im Nordosten der Stadt entstand in dieser Zeit. Am 29./30. April 1945 wird die Stadt von der Roten Armee befreit. Durch massive Kampfhandlungen, Brandlegung und Zerstörung, wurden über 80% der historischen Innenstadt zerstört, darunter das Palais und das Rathaus. Nach der Enttrümmerung begann der Wiederaufbau und 1952 wird im Zuge der Verwaltungsreform Neubrandenburg Verwaltungszentrum des gleichnamigen Bezirkes. Bis 1990 steigt die Einwohnerzahl stetig und Neubrandenburg verfehlt den Aufstieg zur Großstadt nur knapp (1989 - über 95000). Die ab Mitte der 60er Jahre errichteten Plattenbausiedlungen rings um das Stadtzentrum prägen noch heute das Stadtbild. Neubrandenburg ist trotz wieder abnehmender Einwohnerzahlen (2003 rund 70000) Oberzentrum und drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns.

Den Beinamen "Stadt der vier Tore" trägt sie wegen der sehr gut erhaltenen Stadtbefestigung mit vier großen Toren. Die Stadtmauer ist die am vollständigsten erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage in Norddeutschland. Im 14./15. Jahrhundert entstanden, umschließt die bis zu 7 m hohe und etwa 2300 m lange Ringmauer, den 40 ha großen Stadtkern. Einlass gewähren vier prächtige Stadttore aus rotem Backstein. Eine Besonderheit stellen die Mauertürme, die Wiekhäuser, dar. Heute ist die Befestigungsanlage sehr umfangreich restauriert und durch den sie umschließenden Baumbewuchs, auch aus der Luft sehr gut zu erkennen.

Neubrandenburg Kurzporträt

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